Züge des Lebens

Musik: Soft Cell - Tainted Love


Irgendwie ist das schon ne komische Sache mit dem Blogschreiben, während des Tages entdecke ich viele Kleinigkeiten, die es Wert zu sein scheinen, hier niedergeschrieben zu werden, doch vergesse ich diese meist und hab dann, am PC sitzend kaum bis gar keine Motivation was zu verfassen.
Doch wenn ich mich dann tatsächlich dazu aufraffe, etwas zu schreiben - passiert ja selten genug - habe ich plötzlich doch wieder Themen. Unwichtig, nichtssagend und höchstgradig langweilig, wenn nicht dümmlich mögen diese Einträge dann zwar sein, aber es ist nicht so als wüsste ich überhaupt nichts zu schreiben.

Zur Not kann ich ja immer noch den Tag Revue passieren lassen. Wozu auch immer. Und das werde ich jetzt auch tun/Thun.

Ich bin heute fröhlich frisch gegen 7 Uhr aufgestanden, selbst überrascht über meine eigene Munterkeit nach nicht einmal 4 Stunden Schlaf.
In der Nacht hatte ich noch Hausaufgaben gemacht und im festen Glauben heute einen Test schreiben zu müssen gelernt. Ein Irrtum wie sich herausstellen sollte. Auch gut, ich hätte bei einem Test so meine Probleme gehabt.
Somit hatte ich dann eigentlich vorgehabt in der Bahn noch etwas zu lernen. Ein Wiedersehen auf dem Bahnsteg mit einer alten Klassenkameradin machte mir einen Strich durch diese Richtung, ich geb zu, ich war nicht sonderlich enttäuscht, da ich nicht grad motiviert war in der Bahn meine Japanisch-Unterlagen rauszuholen und zu lernen. Also habe ich mit besagter Bekannten über Gott und die Welt gelästert. Und doch hatte ich im Hinterkopf, dass sie wahrscheinlich nicht so gut hinter meinem Rücken über mich spricht, so wie sie über ihre eigentlichen Freunde (oder vielleicht ehemaligen Freunde) herfällt, ihnen die Kleider vom Körper reisst und sie bei lebendigem Leib verspeist. Verbal gesprochen, versteht sich.
War aber doch recht unterhaltsam und es ist immer wieder faszinierend, dass man mit alten Klassenkameraden, wenn man sie zufällig trifft auf einmal viel mehr und viel offener spricht als man je miteinander zu Schulzeiten zu Sprechen gedachte.

In der Uni dann folgendes: Kein Test, wir bereiten Vorlesungstext vor, essen in der Mensa, ich gebe offen zu keine Ahnung von Zen-Buddhismus zu haben, ich muss nichts vorlesen obwohl ich so gerne würde, ich kann meine Kommilitonen nicht verstehen, die dieses Semester wieder ein Seminar bei Frau W. machen, wo es doch letztes Semester alles andere als schön war.
Aber gut, jeder wie er will und es für richtig erachtet. Aber ohne mich.

Ich treffe mich dann mit Sol Kaos, endlich wieder einmal! Als sie sagt "Endlich kann ich mich mal wieder mit einer vernünftigen Person unterhalten" spricht sie mir aus meiner blutig-verstaubten Seele, die in dem Moment einen leisen Schluchzer von sich gibt.

Wir labern, latschen, lunchen, lachen, lästern....lunchen? Also ich weiß auch nicht, wir haben beide Nudeln gegessen; schön, wenn zwei Menschen in der Mensa noch zufrieden etwas vegetarisches zu sich nehmen können.
Der Mensafraß ist auch gar nicht so schlecht wie einige predigen.

Sie gibt mir Naru Taru 12 wieder und ich leihe ihr im Gegenzug (etwas unfairer Tausch, offensichtlich) Mario Kart DS, da sie jetzt endlich einen Nintendo DS besitzt, aber ganz ohne Spiel und ich zur Zeit alles andere als Mario Kart DS spielen möchte.

Jetzt soll meine erste Informatik-Übung folgen...aber tut sie das auch? Für einige Minuten der Spannung und Langeweile ist dies so klar wie ein völlig bewölkter Himmel. Doch im heruntergekommensten Viertel der Stadt angekommen finde ich einen Bus, der mich direkt vor die Haustür des Informatikums bringt, mit über ner halben Stunde Verpätung, aber gut, ich bin da.
Die Leute sind ganz nett, die Aufgaben lösbar. Einigermaßen jedenfalls. Informatik Nebenfach, man sollte keine mathematischen Rückwärtssaltos erwarten. Ich pflanze mich neben einen Physik-Hauptfächler, von diesem Typus Mensch durfte ich ja schon zwei kennenlernen. Generell kann ich nun über sie sagen: Ein wenig verrückt, aber prinzipiell sehr sympathische Menschen, mitunter sogar mit Humor!
Er druckt sich eine Aufgabe für Physik aus und kann darüber nur lachend den Kopf schütteln, denn er muss eine Art Würfel zusammenbauen, mit schneiden, kleben, allem was dazu gehört. Er erklärt mir, dass sie nun solche Sachen machen müssen wegen der Umstellung auf den Bachelor-Studiengang.
Er komme sich dabei aber schon komisch vor, vorher mussten sie schwierige Rechnungen lösen und jetzt müssen sie irgendwas im Unterricht zeichnen und basteln. Das Wort Kindergarten kam aus seinem Mund. Einmal. Und doch hatte es eine unglaubliche Wirkung.
Zu den Übungen sag ich mal nichts, sie waren human, ansonsten mal abwarten wie sich das so entwickelt.

Auf der Rückfahrt habe ich dann eine Simone-Doppelgängerin sehen müssen. Die Ähnlichkeit war wirklich verblüffend, sie lief genau so wie Simone rum, bis ins letzte Detail! Brille, Zopf, Kleidung, helle Haut, hellblonde Haare, alles in Simones Stil! Jedes Kleidungsteil an ihr hätte man auch an Simone sehen können oder hat man so ähnlich auch schon.
Sie hatte nur ein leicht äffisches Gesicht, das man Simone nun nicht unterstellen kann und insgesamt wirkte sie ein bisschen strebhafter, wenngleich das für Simone-Kenner sicherlich schwer vorstellbar ist.
Obwohl Simone-Bohne ja schon als Öko bezeichnet wurde, wenn ich mich bloß erinnern könnte von wem....

Und damit schließe ich meinen Eintrag.

Ich glaube ich hab dich überboten, Sol, du Schätzchen!

Wer ernsthaft bis hierhin gelesen hat ist nicht mehr zu retten, jedenfalls wüsste ich nicht wie.


Ich entschuldige mich für die zuweilen kotzespuckenden Metaphern.
13.4.06 21:28
 
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